Sprache bei nationalen Astronomenkonferenzen
Hallo!
Zum Thema “Wissenschaft und Sprache” lässt sich noch einiges sagen. Dazu wird es noch ein paar Posts geben.
Zum Beispiel ist die Wahl der Sprache bei nationalen Astronomenkonferenzen immer ein Thema. Praktisch alle solchen Konferenzen gehen heutzutage in Englisch über die Bühne, selbst wenn die überwältigende Mehrheit der Teilnehmer nicht Englisch als Muttersprache hat. Auch die Treffen der Österreichischen Gesellschaft für Astronomie und Astrophysik (ÖGA²) finden immer auf Englisch und nich auf Deutsch statt. Ebenso regelmäßig wie die Hauptversammlung (alle zwei Jahre) gibt es auch eine Diskussion darüber, in welcher Sprache die Konferenz stattfinden soll. Die Einen treten für Englisch ein, weil auch immer einige nicht-deutschsprachige Wissenschafter (vor allem Post-Docs) anwesend sind; die Anderen treten für Deutsch ein, weil auch einige Amateurastronomen Mitglieder der ÖGA² sind, die nicht täglich mit Englisch zu tun haben und deswegen den Vorträgen nicht in voller epischer Breite folgen können.
Wie in meinem vorigen Post beschrieben, wäre eine Konferenz samt wissenschaftlicher Vorträgen auf Deutsch durchaus gut machbar, da die allermeisten Fachausdrücke auch auf Deutsch existieren, wenn man sie nur verwenden will. Und für die paar neueren englischen Ausdrücke ohne deutschem Gegenstück darf man auch ein wenig ins “Denglische” abgleiten. Ohne hier auf meine genauen Argumente einzugehen (das würde unter Umständen eine große Diskussion lostreten, die ich hier nicht unbedingt will), zähle ich mich zu den Befürwortern des Deutschen bei den Hauptversammlungen der ÖGA² (Überraschung Überraschung!).
Ich darf bei dieser Gelegenheit fragen, wie das bei den Kollegen in Deutschland und der Schweiz (naja, dort hat man es ja gleich mit vier nationalen Sprachen zu tun!) gehandhabt wird, und ob es überhaupt noch eine Diskussion über die Sprache bei nationalen Konferenzen gibt? Ich bin sehr interessiert!
Bis zum nächsten mal,
Stefan


January 8th, 2009 at 5:52 pm
In Deutschland ist es eher so, dass auch im normalen Alltag immer mehr englisch gesprochen wird. Institutsseminare und ähnliches finden selten auf deutsch statt - eben weil der Beruf mittlerweile so international geworden ist, dass nie immer nur ein komplett deutsch-sprechendes Publikum vorhanden ist.
Ich finde das eigentlich auch gut so - man muss sich zwangsweise auf eine gemeinsame sprache einigen.
January 13th, 2009 at 5:09 pm
Hi Flo,
auch in Wien sind die Arbeitsgruppen- und Instituts-Seminare meist auf Englisch. Das finde ich auch gut so. Aber da sind ja eben auch keine Amateure dabei, die auch gerne etwas verstehen moechten. Obwohl bei Seminaren schon das Problem aufgetreten ist, dass Seniorstudenten nicht ausreichend Englisch konnten. In diesen Fällen gibt es keine gemeinsame Sprache, mit der sich alle verständigen können. Was folgt ist halt ein harter Kompromiss, der aber nicht immer zugunsten von Englisch ausfallen muss.
LG, Stefan
January 14th, 2009 at 11:26 pm
[...] Cosmic Diary - Stefan Uttenthaler » Blog Archive » Sprache bei … [...]
February 5th, 2009 at 9:03 pm
[...] Verlust an wissenschaftlichem Denken führen könnte. Der Artikel schlägt in die gleiche Kerbe wie ein voriger Artikel in meinem Blog. Allerdings wird in dem Artikel Deutsch als eine Verkehrssprache bei internationalen [...]